26.09.1999 Deutsch English

Mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug

Der rasende Rundbrief-Reporter riskiert Kopf und Kragen für eine gute Story
Der rasende Rundbrief-Reporter riskiert Kopf und Kragen für eine gute Story

(Michael) Auf der Suche nach immer neuen, aufregenderen Rundbriefthemen muss euer rasender Reporter Michael auch mal ungewohnte Wege gehen. Um im knallharten Nachrichtengeschäft auf Platz Eins zu bleiben, genügt es nicht, immer nur die gleichen lustigen Gschichterln abzuleiern, da muss auch hin und wieder ein richtiger Knaller rein: Trommelwirbel ... Meine Damen und Herr'n ... Drei ... Zwei ... Eins ... die Bombe platzt ... ka-booooom!: Ich bin mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug aus 5000 Meter Höhe abgesprungen. Und das kam so: Ein Freund bei Netscape hatte mir von den sogenannten Tandemsprüngen erzählt, die zur Zeit in den USA topaktuell sind. Da wird man an einen erfahrenen Fallschirmspringer festgeschnallt, fliegt in einem kleinen Flugzeug in schwindelerregende Höhe, springt raus, rast 60 Sekunden lang im freien Fall auf die Erde zu, bevor der Fallschirmspringer die Leine zieht und der Fallschirm sich öffnet, worauf man gemütlich zurück zum Ausgangspunkt segelt.

Weiterlesen

Nachrichten aus der Dunkelkammer

Die Frau Fotografin beim Retuschieren
Die Frau Fotografin beim Retuschieren

(Michael) Angelika werkelt derweil weiter fleißig an ihren Fotos rum. Abbildung 5 zeigt die Künstlerin beim Retuschieren der Bilder, wo auch noch die letzten Staubkörner, die sich beim Entwickeln auf Negativ und Fotopapier eingeschlichen haben, mit passender Farbe zugedeckt werden. Natürlich hat die alte Streberin im Fotokurs wieder die Note "A+" ("Eins plus") erhalten. Als ich noch zur Schule ging, hatte ich ja bekanntlich auch lauter Einser. Haha! Und im Fotolabor der Uni Berkeley Extension hat sich die Dame mittlerweile so unentbehrlich gemacht, dass sie am Ende des Semesters einen Anruf von der Managerin bekam, die sie fragte, ob sie nicht Lust hätte, dort an einem Tag in der Woche den "Monitor"-(Tutor)-Job zu übernehmen und den Studenten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und für Ordnung und Disziplin zu sorgen (die Peitsche knallt: Pchtsch! Pchtsch!). Als Entschädigung darf sie sich dafür einen Kurs an der Uni aussuchen und so oft im Fotolabor rumhängen, wie sie will, auch wenn dieses eigentlich für die Öffentlichkeit geschlossen ist, wie z.B. in den Ferien. Ich weiß schon, wer das bis Ultimo auskostet.

Weiterlesen

Neu bei Netscape

Der Getränkekühlschrank bei Netscape -- bitte zugreifen, alles kostenlos!
Der Getränkekühlschrank bei Netscape -- bitte zugreifen, alles kostenlos!

(Michael) Neulich lief ich bei Netscape wieder mal durch die Cubicle-Reihen, um mir in der Küche noch einen Cappucino zu machen. Dort steht nämlich eine professionelle Espresso-Maschine, die nicht nur eine erstklassige "Crema" zaubert, sondern auch einen nie versiegenden Dampfhahn zum Aufschäumen der Milch hat, zisch, zisch. An einem der ersten Arbeitstage musste ich mir von einem Kollegen die Bedienung erklären lassen, mittlerweile könnte ich problemlos in einem Cafe an der Theke bedienen. Die Getränke bei Netscape sind übrigens kostenlos und in beliebiger Menge erhältlich, gemäß einer uralten Hacker-Tradition, mit der übrigens der mittlerweile bösartige Moloch "Microsoft" angefangen hat: In der Küche steht, wie in einem Supermarkt, ein riesiger Kühlschrank mit hunderten von Getränkedosen (Abbildung 7); vielleicht 15 Arten von "Coke", "Pepsi", alle damit verbundenen Diät-, Koffeinfreien- und sonstigen Kombinationen, außerdem exotischere Dinge wie "Welch Limonade" und "Frucht-Punsch" -- für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das absolute In-Getränk in Hackerkreisen ist übrigens derzeit "Mountain Dew", eine neongrünschimmernde koffeinhaltige Limonade -- dies nur als Insider-Tip.

Weiterlesen

Fotostunde

(Angelika) So, jetzt will ich aber auch einmal endlich wieder einen Beitrag zum Rundbrief leisten. Mit Fallschirmspringen kann ich nicht aufwarten (bin doch nicht verrückt), aber wie Michael ja schon geschrieben hat, habe ich mir den "Monitor"-Job in der Dunkelkammer geangelt. Am Donnerstag (von 12 bis 18 Uhr) hatte ich meine erste Schicht und es ist ganz gut gelaufen, denn am Anfang des Semesters ist meist noch nicht so viel los. Das ist ganz gut zum Eingewöhnen. Man muss den Leuten in der Dunkelkammer nämlich nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen, sondern auch die Chemikalien, die benötigt werden, fertigmachen, die Bilder waschen, damit sie von restlichen Chemikalien befreit werden, die Fotos dann anschließend trocknen usw. Ich bin jetzt schon sicher, dass ich das Angebot, die Dunkelkammer jederzeit nutzen zu dürfen, voll auskosten werde, denn ich habe natürlich wieder zwei Fotokurse belegt dieses Semester. Ein Kurs ist eine Kritikklasse, in der -- wie der Name schon sagt -- die Fotos der Kursteilnehmer kritisch beäugt werden. Jeder wählt ein Projekt und arbeitet daran, ein Portfolio zusammenzustellen. Die Kursleiterin heißt Judy Dater und ist schon relativ bekannt, nicht nur weil sie schon zahlreiche Ausstellungen in den verschiedensten Museen hatte, sondern auch solche Berühmtheiten wie Ansel Adams und Imogen Cunnigham kennengelernt und selber fotografiert hat. Für die Fotoszenekenner sei erwähnt, dass es ein Bild mit einem Nacktmodell und Imogen Cunnigham in ihren späten Jahren gibt, das Judy Dater fotografiert hat und zu ihren bekanntesten zählt. Eieiei, in Berkeley lernt man Leute kennen. Na ja, die Kurse haben ja auch einen ganz schön stolzen Preis. Mein zweiter Kurs hat den Titel "Das Selbstportrait als Autobiografie". Da dieser erst in zwei Wochen anfängt, kann ich noch nicht so viel dazu sagen, aber eins ist sicher, in nächster Zeit wird es Fotos von mir selbst hageln. Da wird sich Michael freuen. Auch hängen meine drei Ausstellungsfotos (siehe letzter Rundbrief) schon in den Hallen der Universität Berkeley Extension. Die Ausstellung ist das Ergebnis meines "Fine Printing"-Kurses. Jeder der Kursteilnehmer darf drei seiner Fotos zeigen. Am Mittwoch wird die Ausstellung offiziell eröffnet, so richtig mit Wein und Häppchen, was allerdings die Künstler selbst bereitstellen müssen (der Weg zum Ruhm ist hart). Fairerweise sei hier angemerkt, dass "Ausstellungseröffnung" ein vielleicht zu großspuriger Titel ist, denn in der Regel kommen dazu Freunde, wohlgesinnte Bekannte und manchmal auch einige Lehrer, also noch keine Kritiker oder sonstige herausragende Persönlichkeiten. Aber immerhin ist es ein Anfang und die Bilder hängen in einem öffentlichen Gebäude, sind also für jedermann zugänglich. Das ist aber noch nicht alles bezüglich Ausstellung. Da die Universität Berkeley Extension gerade in San Francisco einen Gebäudeteil recht aufwendig renoviert hat, und der Amerikaner auch gerne die Feste feiert wie sie fallen, wird mit viel Tamtam am 14. Oktober die Fertigstellung der Renovierung gefeiert, zu der dann eben auch eine breite Öffentlichkeit und einige wichtige Persönlichkeiten kommen. Aus diesem Grunde wurden die fortgeschrittenen Studenten (unter anderem auch meine Wenigkeit) angeschrieben, mit der Bitte, bis zu fünf der eigenen Kunstwerke (also nicht nur Fotos) einzureichen, da diese die Chance haben, bei der Eröffnungsfeier die Wände zu schmücken. Natürlich habe ich nicht lange gezögert und werde die Chance nutzen, obwohl die Bedingungen hier schon etwas härter sind. Es ist nämlich nicht sicher, wieviele meiner eingereichten Bilder es schaffen, da eine kleine Jury die Bilder auswählt. Es bleibt also spannend.

Weiterlesen

Hawaii -- Maui

Palme und Sonnenuntergang
Palme und Sonnenuntergang

(Angelika) Wir haben noch Sand in den Schuhen aus Hawaii ... das ist kein Witz, denn vor einer Woche sind wir von unserem einwöchigen Urlaub, den wir dieses Mal auf der Insel Maui verbracht haben, wiedergekehrt. Schwups, fünf Stunden im Flieger absitzen und schon ist man im tropischen Paradies und braucht noch nicht einmal seinen Pass vorzeigen, da Hawaii ja bekanntlich zu den USA gehört. Das Wort "Hawaii" löst wahrscheinlich nicht nur bei uns Bilder von Surfern, Palmen, Sandstränden, Cocktails, Landschaften wie Jurassic Park (der Film wurde tatsächlich auf Kauai gedreht) und Hemden mit Blumendruck aus. Und ich sage euch, alles findet man hier. Manchmal glaubt man wirklich, man betrachtet eine Postkarte und nicht die Wirklichkeit (Abbildung 9).

Weiterlesen

 
 
Impressum
Letzte Änderung: 07-Mar-2025