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Zwei Deutsche in San Francisco und ihre Sicht der Welt. |
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Kalifornien brennt immer noch!
Angelika Feuer gehören in Kalifornien wie Erdbeben zum Alltag. Jedes Jahr brennt es im Spätsommer irgendwo, oft in Südkalifornien, wo es heißer und trockener ist. Dieses Jahr nehmen die Waldbrände allerdings beängstigende Ausmaße an. Über 1700 Feuer, davon viele in Nordkalifornien, lodern seit dem 20. Juni und über 300 davon sind immer noch nicht gelöscht. Die meisten entstanden einmal nicht durch fahrlässige Menschen sondern durch sogenannte trockene Blitzschläge, also Gewitter ohne Regen, was relativ ungewöhnlich in unserer Gegend ist, da es hier eigentlich nie Gewitter gibt. Die Flammen lodern zwar jetzt nicht direkt vor unserer Haustür, aber sie befinden sich doch in relativer Nähe zu San Francisco, sodass es streckenweise in San Francisco riecht, als ob jeder gerade seinen Kamin zuzüglich Grill angefeuert hätte.
Die Sonne war durch den Dunst über Tage kaum auszumachen, und wir wurden sogar angehalten, drinnen zu bleiben. Den Küstenabschnitt Big Sur, der zu einem der schönsten Teile des südlich verlaufenden Highway 1 zählt und etwa 230 Kilometer südlich von San Francisco liegt, hat es besonders hart getroffen, denn Feuerwehrleute schafften es bis jetzt nur, 20 Prozent des Feuers einzudämmen. Sie vermuten, dass sie noch bis Ende Juli brauchen, um das Feuer ganz unter Kontrolle zu bekommen. Wer die Gegend kennt, wundert sich vielleicht, wie es dort brennen kann, denn Big Sur ist für seinen Nebel berühmt und liegt direkt am Ozean. Die Luftfeuchtigkeit ist also nicht gerade gering, und die Wälder strotzen vor "Redwood"-Bäumen, die recht widerstandsfähig gegen Feuer sind und deshalb uralt werden. Aber das trockene Gras und Gestrüpp brennt natürlich trotzdem wie Zunder, denn in den letzten beiden Wintern hat es in Kalifornien nicht genügend geregnet.
Nun ist der Highway 1 um Big Sur herum gesperrt. Auf dieser Traumstrecke reiht sich normalerweise um diese Jahreszeit ein Wohnmobil an das andere. Die Sperrung ist nicht nur ein Wehrmutstropfen für die Touristen, sondern zieht auch die Geschäfte und Hotels in Mitleidenschaft, die die Sommermonate brauchen, um im ruhigen Winter über die Runden zu kommen. Auch bangt man um viele Gebäude mit historischem Wert, denn Big Sur zog zum Beispiel von jeher Künstler wie Henry Miller an, zu dessen Ehren es zum Beispiel eine Bücherei in Big Sur gibt.
Im Mai brannte es übrigens schon in den Bergen bei Santa Cruz, was nur etwa eine Autostunde südlich von San Francisco entfernt ist. Wie es der Zufall wollte, waren wir bei einer Freundin zum obligatorischen amerikanischen Barbecue etwa 20 km von der Feuerzone entfernt eingeladen. Da uns bekanntlich nichts so schnell schockt, fuhren wir trotzden hin und konnten den ganzen Abend den Rauch und die immer wieder aufzündelden Flammen beobachten. Wenn das so weiter geht mit den Waldbränden, müssen wir bald noch alle beim Löschen helfen, denn die Feuerwehrleute stoßen so langsam an ihre Grenzen.
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Letzte Änderung: 18-Apr-2009 |