Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 75  
San Francisco, den 12.07.2008

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Wie man sich beschwert

Abbildung [1]: Manchmal muss man sich am Telefon beschweren.
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Michael Wird man über's Ohr gehauen oder unfreundlich behandelt, sollte man sich beschweren. Nur, wie macht man das in den USA? Hängt man mit irgendeinem Volltrottel vom Callcenter in der Leitung, und es ist kein Weiterkommen möglich, verlangt man, den Chef zu sprechen. "Can I speak to your supervisor, please?" fragt man, und dann werden die Volltrottel meistens wach und versuchen zu beschwichtigen. Bestimmt aber freundlich weist man dann darauf hin, dass man die Information, die man suchte, nicht bekam und nun den Vorgesetzten sprechen möchte. Ja, wirklich. Das müssen die Callcenterleute dann machen.

Wo lernt man, sich zu beschweren? Kurse zu belegen ist rausgeschmissenes Geld, es hilft nur üben, üben, üben. Am besten fängt man bei kleinen Sachen an, bei denen es nichts ausmacht, wenn man mal nicht zum Ziel kommt. Steht auf der Telefonrechnung ein Anruf über ein paar Cent, und man ist sich sicher, dass man dort nie angerufen hat, ruft man bei der Telefongesellschaft an. Ich persönlich rufe regelmäßig bei Schluderfirmen an, die meine eingeschickten 'Mail-In-Rebates' nicht rechtzeitig bearbeiten. Das kostet mich nichts (alle haben eine 1-800-Nummer), und ich verbessere mein Verhandlungsgeschick wie mit einem teuren Trainer (ich bin natürlich schon ziemlich gut, aber man lernt nie aus). Wie immer gilt: Bestimmt, aber freundlich. Keine Witzchen reißen, sondern auf humorlos und kleinkariert machen.

Stellt sich heraus, dass man an der Nase herum geführt wurde, ist es Zeit, eine Beschwerde bei öffentlichen Stellen einzureichen. Das kommt euch jetzt sicher total plemplem vor, aber es ist tatsächlich üblich, in diesen Fällen eine Beschwerde beim "State Attorney General" des jeweiligen Bundesstaates einzureichen. Die Webseite der National Association of Attorneys General listet die Kontaktadressen auf.

Abbildung [2]: Immer ruhig bleiben, nur nicht ausflippen.
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Weiter gibt es Verbraucherschutzverbände auf Stadt-, Landkreis- oder Bundesstaatsebene, die unter http://www.consumeraction.gov/state.shtml stehen und sich ebenfalls um Verbraucherbeschwerden kümmern.

Eine weitere Möglichkeit ist das Better Business Bureau, eine Verbraucherschutzorganisation mit ziemlich viel Einfluss. Viele Firmen sind dort Mitglied und verpflichten sich, bei Disputen mit Kunden mit der dann als Vermittler tätigen Organisation zu arbeiten, um zu einer Lösung zu gelangen. Aber auch Firmen, die dort nicht Mitglied sind, fürchten das Better Business Bureau, denn niemand möchte auf der schwarzen Liste dieser Organisation stehen. Und auch auf ripoffreport.com kann man seinem Unmut Luft machen und andere vor betrügerischen Firmen warnen.

Hilft gar nichts mehr weiter und es steht viel Geld auf dem Spiel, hilft nur, sich einen Anwalt zu nehmen und ein Gerichtsverfahren anzustrengen. Das ist in den USA allerdings sehr teuer und deswegen gibt es für 'Kleinkram' zwischen $1.500 und $25.000 den sogenannte Small Claims Court, der, abhängig vom Bundesstaat, diese Fälle im Schnellverfahren abarbeitet. Für größere Fälle kann man auf der Website der American Bar Association (benannt nach der Anwaltsprüfung, dem "Bar Exam", nicht nach einem Etablissement zum Alkoholgenuss) einen professionellen Rechtsverdreher ausfindig machen.

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Letzte Änderung: 18-Apr-2009