20.11.1998 Deutsch English

Urlaub auf Molokai/Hawaii

Das Flugzeug nach Molokai
Das Flugzeug nach Molokai

(Michael) Die Hälfte unseres diesjährigen Jahresurlaubs (eine Woche) haben wir auf der kleinen Insel Molokai im Hawaii-Archipel verbracht. Hawaii ist für uns deswegen günstig, weil es zwar mitten im Pazifischen Ozean liegt, aber dennoch ein Bundesstaat der U.S.A. ist, man dorthin also einfach mit einem amerikanischen Führerschein ohne Visums-Hickhack hinfliegen darf. Mit unserem Spezial-Visum, das ja für den Firmenwechsel von Blaxxun nach AOL angepasst wurde, müssen wir von Pontius zu Pilatus, falls wir mal das Land verlassen wollen. Hawaii ist also Inland, insofern die Wahl. Auf Molokai gibt's ungefähr zwei Restaurants, zwei Hotels und eine Leprakolonie. Wir sind viel an den kilometerlangen Sandstränden entlangspaziert und haben uns zum Sonnenuntergang jeweils in eine Bar zurückgezogen, um einen Cocktail zu schlürfen. Das schöne an Hawaii ist, dass das Klima ideal ist: Es ist zwar warm, aber nie brüllheiß, da immer ein leichtes Lüftchen weht. Es regnet mal für fünf Minuten und dann scheint wieder die Sonne für fünf Stunden. Das ist echt so genial, dass, wenn man mal dort war, man sich immer wieder dahin zurücksehnt. Die Reise dorthin war etwas abenteuerlich: Da nur ein paar handvoll Touristen am Tag in Molokai aufschlagen, fliegt natürlich keine Boeing 747 von Honolulu (auf der Hauptinsel von Hawaii, Oahu) dorthin, sondern eine zweimotorige Propellermaschine aus dem zweiten Weltkrieg oder so.

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Neuer Computer über's Internet

(Michael) Zurück nach San Francisco: Nachdem mein guter alter 486-Computer, der noch aus deutschen Landen stammt (sponsored by Mutti!), nach mittlerweile vier Jahren schon zum alten Eisen gehört (vier Internet-Jahre entsprechen vierzig Menschen-Jahren), habe ich mich tatsächlich dazu durchgerungen, einen neuen zu kaufen, hurra! Die Fakten für Interessierte in Kürze: 400 Mhz Pentium II, 96 MB RAM, 17 GB Plattenplatz, 17'' Trinitron-Monitor, 56-Kbit-Modem. Sein Rentenalter wird mein guter alter Compi übrigens im Schlafzimmer verbringen, wo Angelika ab sofort ungestört im Internet herumbrausen kann, nachdem sie sich immer beschwert hat, dass sie wegen meiner pausenlosen Klimperei, nie an den Rechner rankommt!

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Buchpreisbindung in den USA

(Michael) Übrigens bestellen wir auch unsere Bücher auf dem Internet -- wann immer wir uns für ein Buch interessieren, der Amazon, ein Buchversand, bietet alle Bücher um 20% billiger auf dem Internet an. Man bestellt mittels der Kreditkartennummer, und meist schickt Amazon die Ware per UPS, da kriegt man eine sogenannte Tracking-Nummer, mit der man -- wieder auf dem Internet -- zu jeder Zeit verfolgen kann, wo denn das Paket mit der Bestellung gerade herumliegt. Neulich hatte ich wieder was bestellt und sah, dass es in Florida auf einen Lastwagen verladen wurde. Darauf verschwand es drei Tage lang von der Bildfläche, ich wollte schon UPS anrufen, da tauchte es in der Gegend von San Francisco auf einem großen Umladeplatz auf. Da haben es die Deppen doch glatt mit dem LKW durch ganz Amerika kutschiert!

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Autokauf in den USA

(Michael) Ein interessanter Markt ist auch der Automarkt. Wir haben immer noch kein Auto gefunden -- noch scheuen wir uns, einen Händler aufzusuchen, da bekannt ist, dass die alle Verbrecher sind und einen gehörig über den Tisch ziehen. Wir wollen ja irgendeinen billigen gebrauchten Japaner erwerben und haben schon ein paar Bücher zum Thema gelesen. Dort stand, dass man auf keinen Fall den ausgeschilderten Preis bezahlen darf, sondern immer erst verhandeln muss. Wenn der Verkäufer nicht akzeptiert, was in den meisten Fällen der Fall ist, muss man eisenhart aus dem Laden rausmarschieren -- aber, so schrieb der Ratgeber, es würde ihn wundern, wenn nicht ein mit den Armen rudernder Verkäufer hinterhergelaufen käme, versichernd, man könne schon nochmal über den Preis reden. Mit ihm zurückgehen darf man dann freilich nur, falls er hoch und heilig versichert, auf das Angebot einzugehen, und das macht er dann in den meisten Fällen auch, worauf in der Verkaufshalle wieder das Verhandeln losgeht, weil für jeden Kleinkram dann noch Extra-Gebühren anfallen (Registrierung und undurchschaubare Einzelposten), und dann muss man wieder zu toben beginnen, weiter verhandeln, und schließlich kann man sich auf einen annehmbaren Preis einigen. Ihr seht: Dazu brauchen wir viel Zeit und Nerven, aber das wird schon noch klappen.

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Das All-Hands-Meeting bei AOL

(Michael) Am 12. November war das All-Hands-Meeting von America Online. Das geht so vor sich, dass sich die etwa 5000 Mitarbeiter, die im Hauptquartier in Dullas/Virginia und Umgebung arbeiten, in einer Sporthalle versammeln (nicht alle, der Kundenservice wird aufrecht erhalten) und Oberguru Steve Case die neue Marschrichtung bekanntgibt. Die Mitarbeiter der Niederlassungen in Columbus/Ohio, Chicago/Illinois, viele weitere mehr, und schließlich San Mateo (wo auch euer Erzähler zugegen war) versammelten sich jeweils in ortsansässigen Hotels, die mit einer Satelliten-Liveschaltung auf einer Riesen-Leinwand die Show übertrugen. Diese jährlichen Hauptversammlungen werden, ganz anders als in deutschen Landen üblich, als totale Show aufgezogen! Los geht's mit einem Video, knallharte Heavy-Metal-Musik (Metallica): "Fuel, Fire, Desire!" Man sieht Steve Case, den Firmenchef hinter einem Stapel Briefumschlägen und Prospekten, wie er scheinbar damit beschäftigt ist, die neuesten AOL-Disketten in Umschläge einzutüten und auf den Weg zu schicken -- bis ihn seine Sekretärin darauf aufmerksam macht, dass ja die Hauptversammlung ansteht. Worauf sich Case seinen feuerfesten Rennanzug anzieht, den Helm aufsetzt, mit dem Aufzug aus seinem Büro in die Eingangshalle herunterfährt, vor dem dort in die Wand gemeißelten AOL-Motto salutiert, durch die Drehtür nach draußen geht, wo auch schon ein Rennwagen wartet, in den er sich hineinzwängt, den Motor zündet und mit qualmenden Reifen startet. Der AOL-Pförtner schaut fassungslos hinterher, wie das Auto durch die Sperre rast. "Fuel, Fire, Desire!" Pow! Pow! Pow! Der Metallica-Song hämmert, während Big Steve die Landstraße Richtung Hauptversammlung entlangjagt. Schließlich kommt der Rennwagen an der Sporthalle an -- und zehn Sekunden später setzt die Live-Übertragung ein: Steve Case springt im Rennanzug auf die Bühne, das Gejohle ist groß, es erinnert mehr an einen Popstar als an einen Firmenchef. Er zieht sich schnell noch um: Jeans, Turnschuhe, ungebügeltes Hemd, so kennt man ihn. Dabei muss man wissen, dass dieser Mann mehrere Millarden Dollars besitzt. Er hält einen fernsehreifen Vortrag, eineinhalb Stunden lang rollt die Show, Bob Pitman, der Chief Operating Officer ist, kommt in Lederjacke und Sonnenbrille -- so lass' ich mir eine Hauptversammlung gefallen!

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Am Wochenend ins Nappa

(Michael) Da, wie ihr sicher alle wisst, der 12. November auch mein Geburtstag ist, und ich etwas, äh, in der Firma festgenagelt war, habe ich den nächsten Tag freigenommen und Angelika und ich sind über das verlängerte Wochenende ins Wine-Country gefahren, haben in einem schmucken Bed-and-Breakfast übernachtet und sind tagsüber alle Wein-Hersteller der Gegend abgefahren und haben in zwei Tagen schätzungsweise 30 Weine probiert. Erstmal kann ich keinen Wein mehr sehen, aber wir sind wieder mit edlen Tropfen eingedeckt.

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Letzte Änderung: 25-May-2024