Angelika Nach fast zwölf Jahren Dienst bei der verhaltenstherapeutischen Frühförderungseinrichtung mit autistischen Kindern habe ich doch noch die Kurve gekriegt und die Arbeitsstelle Ende August gewechselt. Nach zwölf Jahren kommt man ja etwas in den Trott. Man kennt sich aus und weiß wie der Laden läuft und hat tausend Bedenken, etwas Neues anzufangen, denn niemand kann genau vorhersagen, was kommt. Ich bin ja auch kein junger Spund mehr und habe zudem noch damit zu kämpfen, dass keiner hier so richtig meine Ausbildung kennt. Ich bin ja Diplom-Heilpädagogin und habe oben drauf noch an einer Fachhochschule studiert. Zu meinen Zeiten gab es gar kein anderes Angebot, aber das Studium an der Fachhochschule ist oft schneller, wenn die diversen Praktikas, die der Student in der Regel absolvieren muss und das Anerkennungsjahr nicht mit einbezogen werden. Beim Umsetzen der Abschlüsse in das amerikanische System zählen aber in der Regel nur die Jahre an der Hochschule und Fachhochschulabschlüsse werden oft nur mit dem amerikanischen Bachelor-Abschluss gleichgesetzt und gelten nicht als höherer Abschluss, hier "Masters" genannt. Eine etwas schieflastige Bewertung, denn das Bachelor-Studium in Amerika ist mehr wie eine Kombination aus deutschem Abitur und dem Vordiplom. So muss der amerikanische Bachelor-Student noch allgemeinbildende Fächer wie zum Beispiel Englisch, Mathe und Geschichte belegen und spezialisiert sich kaum. Das Problem war nun, dass ich zwar nach deutschen Kriterien gut ausgebildet bin, mit super viel Erfahrung, nach amerikanischen mir aber der Masters-Abschluss fehlt und die Positionen, für die man nur einen Bachelor braucht, hier oft untergeordnet und schlecht bezahlt sind.
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