25.04.2025 Deutsch English

Verheerende Brände bei Malibu

Abbildung [1]: Auf einem Wanderweg durch ein abgebranntes Gebiet.

Michael Sicher habt ihr in den Nachrichten von den verheerenden Waldbränden in Los Angeles im Januar gehört. Was ihr vielleicht noch nicht wisst, ist, dass wir drei Tage vorher genau dort im Urlaub waren. Wir hatten uns über Neujahr in einem Häuschen in Venice Beach eingemietet und machten so unser typisches L.A.-Programm, also fein essen gehen, mit Fahrrädern am Strand entlang nach Santa Monica fahren, und ich durfte surfen. Nachdem mir die Wellen in Manhattan Beach an einem Tag zu hoch waren, fuhren wir rauf bis kurz vor Malibu zum Will Rogers Park und ich paddelte am Pier raus und schnappte mir ein paar Wellen. Wir hatten ja keine Ahnung, dass nur drei Tage später genau an dieser Stelle die ganze Gegend bis zu meinem Surfstrand abbrennen würde!

Abbildung [2]: Surfer Michael in den Wellen vor dem Will-Rogers-Park.

Und ein paar Tage vorher, an einem extrem sonnigen, fast schon heißen Tag (im Januar) hatten wir uns auf einen Wanderweg begeben, der durch den Corral Canyon bei Malibu auf die Hügel hinauf führte. Wir bestaunten die Gegend, die nur aus abgebrannten Büschen bestand, denn dort hatte schon vor einigen Monaten ein Waldbrand getobt.

Abbildung [3]: Nach dem letzten Waldbrand färbte Löschmittel diese Pflanze ein.

Teilweise klebte auf den verdorrten und angeschmorten Pflanzen dort noch immer das rote Löschmittel, das die Feuerwehr mit Flugzeugen auf die Gegend gesprüht hatte, um der Flammen Herr zu werden. Ein schauriges Szenario und wir sagten uns "kein Wunder, dass sich ein Feuer hier explosionsartig verbreitet, die vertrockneten Sträucher brennen wie Zunder". Und dabei hatten wir keine Ahnung, dass es drei Tage später ein paar Hügel weiter tatsächlich brennen würde, und zwar katastrophal!

Abbildung [4]: Wanderweg auf strohtrockenem Hügel im Corral Canyon

Diesmal zerstörten die Waldbrände ganze Ortschaften wie Palisades und weit ausgedehnte Wohnviertel entlang der Küste. Sogar die Strandhäuser entlang des Pacific Coast Highways liegen in Schutt und Asche. Waldbrände in Kalifornien sind bekanntlich keine Seltenheit, aber der Grund dafür, dass es diesmal in eine Jahrhundertkatastrophe mündete, die Zehntausende wohnungslos machte und die Gegend auf Jahrzehnte hin in eine Mondlandschaft verwandelte, ist die verfehlte Politik des Landkreises. Jahrzehntelang wurde die Forstwirtschaft vernachlässigt und der örtlichen Feuerwehr Mittel gestrichen. Nun stehen Zehntausende Betroffene entwurzelt ohne Haus da und müssen sich jahrelang mit der Versicherung und irren Behördenauflagen für den Neubau herumschlagen, bis sie wieder dort wohnen können.

Abbildung [5]: Die betroffene Gegend liegt direkt am Ozean.

Wir sind jedenfalls froh, dass wir vorzeitig mit heiler Haut entkommen sind. Im Rahmen der plötzlichen Evakuierungsmaßnahmen wurde nämlich der Pacific Coast Highway, auf dem wir schon zu normalen Zeiten im Stau standen, zur Todesfalle, und viele Leute ließen einfach ihr Auto stehen und flohen zu Fuß. Das Fernsehen berichtete später in den Nachrichten, wie Bulldozer die aufgegebenen Fahrzeuge auf dem Highway zur Seite geschoben hatten. Das wäre ein Schlamassel für uns geworden, mein lieber Mann!


 
 
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Letzte Änderung: 01-Jul-2026