25.04.2025 Deutsch English

Neumodische Höllenmaschinen

Abbildung [1]: Schnell und lässig, aber brandgefährlich

Michael Wem ist es nicht schon aufgefallen, dass heutzutage selbst ältere Opas mit E-Bikes wie von der Tarantel gestochen durch die Städte rasen und selbst abgelegene Waldwanderwege zu Todesfallen machen?

Abbildung [2]: Höllengerät für nur 1.699 Dollar!

Diese Einräder fahren bis zu 50 km/h schnell.

Die Elektromobilität nimmt bei uns immer bizarrere Formen an. Erst kamen die E-Bikes, bei denen man noch in die Pedale treten musste, um ein bisserl Schub aus dem Akku zu bekommen. Dann kamen diese mörderisch schnellen mopedähnlichen Geschosse, die sich von einem führerscheinpflichtigen Motorrad eigentlich nur dadurch unterscheiden, dass sie auf ihrer Höllenfahrt keinen Lärm machen. Und natürlich die Skateboards mit E-Antrieb, oft als Hipster-Transportmittel gesichtet. Und alle drängen sich auf den schmalen Radwegen der Stadt. Klassische Fahrradfahrer ziehen vor Schreck die Köpfe ein.

Abbildung [3]: Panzerung mit Integralhelm hilft im Notfall auch nicht.

Und schließlich gibt es noch die von mir so genannten "Selbstmordmaschinen", e-motorisierte Einräder, entweder als Board auf fetter Gummiwalze oder einem klappradgroßen Reifen, durch dessen Nabe eine Stange geht, mit zwei Fußrasten links und rechts. Darauf steht der Fahrer, und wie bei einem Segway balanciert sich das Gerät eigenständig, während der Fahrer es durch Vorlehnen vorwärts bugsiert oder durch Zurücklehnen abbremst.

Abbildung [4]: Sogar Opa Meume fährt noch todesmutig.

Ich habe schon mit eigenen Augen gesehen, wie Irre auf diesen Elektroeinrädern mit sicher 50 Sachen durch den dichten Verkehr der Stadt gerast sind, sich zwischen den im Stoßverkehr stehenden Autos hindurchschlängelnd, und anscheinend völlig außer Acht lassend, dass eines von hundert Autos die Spur wechseln könnte, um den Höllenfahrer wie ehedem Evel Knievel hoch in die Luft zu wirbeln.

Abbildung [5]: Geschoben in der Bahnstation

Das Problem ist nicht das Rad an sich, denn Fahrradfahrer überleben ja auch im Stadtverkehr, sondern die extreme Geschwindigkeit dieser Fahrzeuge. Legal ist die Raserei nicht, die zulässige Höchstgeschwindigkeit liegt in Kalifornien bei 15 mph (24 km/h). Dennoch gibt es auch hier in San Francisco Läden, die aufgemotzte Geschosse verkaufen, die doppelt so schnell fahren.

Abbildung [6]: Höllenmaschinenfahrerin (Pfeil) prescht durch den Golden Gate Park.

Damit der Laden rechtlich auf der sicheren Seite steht, verkauft er das Teil mit einem Schalter, der in Normalstellung die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf den legalen Wert drosselt. Der Kunde kann aber anschließend selbst den Schalter umlegen und mit doppelter Geschwindigkeit herumsausen. Freilich illegal, aber unsere Polizei prüft so etwas (noch) nicht.

Grüße aus dem verrückten Land!

Michael und Angelika


 
 
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Letzte Änderung: 01-Jul-2026