19.03.2005 Deutsch English

Nihonmachi: San Franciscos Japantown

Die "Post Street" auf Englisch und Japanisch ("Po-su-to" und das Kanjii-Zeichen für Straße)
Die "Post Street" auf Englisch und Japanisch ("Po-su-to" und das Kanjii-Zeichen für Straße)

(Angelika) Jeder kennt San Franciscos Chinatown. Selbst wer noch nie San Francisco besucht hat, ist durch so manchen Film mit diesem asiatischen Stadtteil vertraut. Wer könnte die Verfolgungsjagd in dem Klassiker "Ist was Doc?" durch den chinesischen Neujahrsumzug vergessen? Auch wenn das heutige "Chinatown" zu viele billige und kitschige Andenkenläden aufweist, gehört es doch immer noch zum Pflichtprogramm eines jeden Touristen, und auch wir schlendern gern durch die schmalen, bunten Gassen.

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Krankenkasse im Praxistest

verstauchter Knöchel (#1)
verstauchter Knöchel (#1)

(Michael) Am 13. (sic!) Dezember fuhr ich wie gewohnt mit dem Zug und dem Fahrrad zur Arbeit. Als der Zug am Bahnhof Mountain View hielt, schwang ich mich auf's Rad, trat in die Pedale und überquerte wie immer mit Karacho die Fußgängerbrücke, die auf meinem Weg zu Yahoo! in den Steven's Creek Park führt. Leider dachte ich nicht daran, dass der Boden der Brücke aus feuchten Holzplanken besteht, als ich mich an der Abfahrtsrampe wie ein Formel-1-Motorradfahrer in die Kurve legte und zack! lag ich am Boden.

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Terror-Warnlevel

Das Terror-Warnsystem
Das Terror-Warnsystem

Jeden Tag, wenn ich mit dem Fahrrad über das Gelände der Firma Lockheed Martin zu Yahoo! brause, fällt mir beim Pförtner eine Tafel mit der aktualisierten Terror-Warnskala auf. Sie geht von "Low" (grün), über "Guarded" (blau), "Elevated" (gelb), "High" (orange), bis "Severe" (rot). Seit Monaten steht der Zeiger in der Mitte auf "Elevated".

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Geiz ist geil

Die Website von slickdeals.net
Die Website von slickdeals.net

In den USA gibt es einfach die besseren Sonderangebote. Einen neuen PC von Dell mit Intel 2.8 Ghz und 512MB RAM und 17 Zoll LCD-Bildschirm für $575? Kein Problem. Allerdings gibt es so etwas immer nur für ein paar Stunden irgendwo, oft nur Online, und man müsste ständig herumbrausen, um davon Wind zu kriegen.

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Topprodukt: Mr. Steam

Der Knopf von Mr. Steam, der den höllisch heißen Nebel produziert.
Der Knopf von Mr. Steam, der den höllisch heißen Nebel produziert.

Das Topprodukt dieses Monats ist leider (noch) nicht in unserem Besitz. Vielmehr fanden wir es in einem Cottage in Sonoma County, in das wir uns nach Silvester zwei Tage lang einnisteten. Dort gab es eine Dusche mit einem "Mr. Steam"-Knopf. Dahinter verbirgt sich ein hochmodernes eingebautes Gerät, das auf Knopfdruck einen derart höllisch heißen Nebel in der Dusche produziert, dass man kaum noch Luft kriegt. Nicht umsonst wies ein kleiner Aufkleber außen an der Dusche daraufhin, dass "Mr. Steam" nichts für Schwangere oder Leute mit Herzbeschwerden sei.

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Platte des Monats

Coldplay - "A Rush of Blood to the Head"
Coldplay - "A Rush of Blood to the Head"

Zwar schon zwei Jahre alt und aus Großbritannien, aber ich hab's erst neulich entdeckt und war hingerissen: Coldplay's zweite Platte (nach "Parachute"), "A Rush of Blood to the Head" schlägt ruhige Töne an, aber die Melodien setzen sich im Kopf fest: Neulich habe ich gut gelaunt den ganzen Tag den Refrain von "Politik" gesummt. Erinnert mich irgendwie an die früher von mir sehr geschätzte Gruppe "The Alan Parson's Project", obwohl euch "No-Dialtoner"-Kiddies das jetzt wahrscheinlich nichts sagt. "No-Dialtoners" nennt man in den USA übrigens Leute, die so um 1990 geboren wurden und niemals das Freizeichen im Telefon gehört haben, weil sie ausschließlich mobil telefonieren, wo's kein Freizeichen gibt. Soll ich zugeben, dass ich mich sogar noch daran erinnern kann, dass es ganz früher keinen Dauerton im Festnetz gab, wenn man den Hörer abhob, sondern intervallartiges Tuten? Ächz, ächz, die Knochen!

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Hund beißt Postboten

Das Postamt mahnt an, Hunde anzuleinen.
Das Postamt mahnt an, Hunde anzuleinen.

Neulich flatterte ein lustiger Brief vom Hauptpostamt San Francisco ins Haus: Es werden zu viele Briefträger von Hunden gebissen und das geht so nicht weiter! In dem Schreiben in Abbildung 1 könnt ihr nachlesen, dass in einem solchen Fall der Hundebesitzer vor Gericht muss und mit bis zu 1000 Dollar Strafe rechnen kann.

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Buchtipp "Amerikanische Verhältnisse"

Ein interessantes, wenn auch nicht ganz wahres Buch.
Ein interessantes, wenn auch nicht ganz wahres Buch.

Es gibt eigentlich kaum jemanden, der fundiert und ausgewogen über die USA berichtet. Zwei Extreme fallen auf: Zum einen die "Hurra!"-Schreier, meist gutsituierte Unternehmertypen, die in Deutschland alles annervt und die die amerikanischen Verhältnisse idealisieren. Am anderen Ende der Skala stehen die Amerika-Hasser, die noch nie in den USA waren, aber Schauergeschichten über den "American Way of Life" zu erzählen wissen.

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Medicare: Die staatliche Krankenkasse für Rentner

Amerikanische Rentner
Amerikanische Rentner

(Angelika) Wir haben in den Rundbriefen in letzter Zeit viel über die amerikanischen Krankenkassen gelästert und dabei unterschlagen, dass es auch im knallhart-kapitalistischen Amerika eine staatliche Krankenkasse gibt, nämlich die für die Rentner -- genannt "Medicare". Eine rühmliche Ausnahme! Jeder Rentenberechtigte kann ab (zur Zeit) 65 Jahren in diese staatliche Krankenversicherung. Unter 65 erhalten Menschen mit bestimmten Behinderungen oder schwerem permanenten Nierenversagen Medicare-Leistungen. Finanziert wird das Ganze, in dem der Staat 1.45% (Stand 2005) vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers einbehält. Der Arbeitgeber trägt ebenfalls 1.45% -- also ein ähnliches Prinzip wie ihr es aus Deutschland kennt. Selbständige zahlen 2.9% (Arbeitgeber- plus Arbeitnehmeranteil) in den Topf ein. In der Regel muss man selbst oder der Ehepartner mindestens 10 Jahre Beiträge geleistet haben, um später Leistungen zu erhalten. Die staatliche Versicherung "Medicare" entstand 1965.

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Medicaid: Gesundheitsfürsorge für die Armen

Da ich gerade schon dabei bin: Es gibt in Amerika tatsächlich auch ein Krankenkassenprogramm für die Ärmsten der Armen. Es heißt "Medicaid" und wurde ebenfalls 1965 eingeführt, ursprünglich für Familien, die Sozialhife beziehen, und Menschen mit Behinderungen. Es finanziert sich aus Steuergeldern vom Staat und den einzelnen Bundesstaaten. Die Bundesstaaten unterliegen dabei zwar staatlichen Richtlinien, haben aber großen Spielraum bei der Ausgestaltung von Medicaid. Nun reicht es nicht ein armer Schlucker zu sein, damit einem Medicaid zusteht, sondern man muss auch zu einer der folgenden Personengruppen gehören: Kinder; Schwangere; Eltern mit Kindern, die noch von der Fürsorge der Eltern abhängig sind; Menschen mit Behinderungen; Senioren. Ein 30-jähriger Single ohne Kinder, der keine einschränkenden Behinderungen hat, kann so arm sein wie er will. Er ist nicht "Medicaid"-berechtigt. es sei denn er lebt in einem großzügigen Bundesstaat, der die oben erwähnten Kategorien erweiterte. Sonst reiht er sich unter die zur Zeit 45 Millionen Nicht-Versicherten ein.

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Greencard-Lotterie Online

Wir treffen in San Francisco erstaunlicherweise immer wieder auf Deutsche, die ihre amerikanische Greencard in der Lotterie gewonnen haben. Dabei ging mir neulich auf, dass wir noch gar nicht berichtet haben, dass seit 2003 die erforderlichen Daten nur noch elektronisch übermittelt werden dürfen -- auch das obligatorische Lichtbild. Angeblich soll das Verfahren genauer sein und Fehlern vorbeugen. Vielleicht hat ja einer von euch seitdem schon einmal mitgespielt und mag uns davon berichten. Ich finde diesen Schritt in die Moderne fast ein bisschen schade, denn das Einsenden der eigenen biografischen Daten und des Lichtbildes auf einem schlichten Blatt Papier, entbehrte nicht eines gewissen Charmes ( Rundbrief 06/2000 ). Und die Richtlinen für den zu benutzenden Briefumschlag werden unvergessen bleiben. Ach, damals!

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Letzte Änderung: 26-Nov-2012