(Angelika) Bezüglich Toiletten hat Japan einiges zu bieten. Da gibt es zunächst die traditionellen, die man in der Regel in öffentlichen Toiletten anfindet: Eine in den Boden gelassene Kloschlüssel, die aussieht wie ein übergroßer Hausschuhschlappen. Stehend hockt man sich darüber. Aber keine Angst: Niemand schaut einem bei diesem Balanceakt zu. Es gibt Türen vor den Klos.
Auf der anderen Seite die hochmoderne Varianten: das obligatorische Bidet, angewärmte Klobrillen, automatisches Wasserrauschen, um unangenehme Geräusche zu übertönen. Man sollte sich in Japan wegen dieses technischen Firlefanzes übrigens hüten, wahllos auf irgendwelche Knöpfe an den Toiletten zu drücken, wenn man vermeiden will, gleich auch noch geduscht zu werden. In unserem traditionellen Gasthaus (Ryokan) verfügten wir über so ein hypermodernes Ding. An dem Klo befand sich ein Amaturenbrett mit verschiedenen Druck- und Drehknöpfen, mit Hilfe derer man verschiedene Bidetfunktionen aktivierte. Einzustellen war: Wassertemperatrur, Wasserdruck, Spritztechnik. Allen Warnungen zum Trotz probierten wir natürlich jeden erdenklichen Knopf aus. Und schwupps gab es die Quittung für so ein leichtsinniges Verhalten, als es mir nicht gelang, den Bidet-Wasserstrahl zu stoppen. Michael kannte zum Glück den Knopf zum Abstellen schon.
Wegen der zwei unterschiedlichen Systeme steht auf öffentlichen Toiletten außen meist entweder "Western Style" oder "Japanese Style", damit es nicht zu Verwechslungen kommt.